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Allein von München nach Vilnius mit dem Fahrrad - ein 1800km langes Abenteuer

Was machen zwischen Bachelor und Master und überhaupt, wohin, wenn man so richtig am Schwimmen ist. Was will ich machen, auf was habe ich Lust? Den Kopf mal so richtig freibekommen, den Gedanken freien Lauf lassen, allein mit sich sein, aber irgendwie doch was zu tun haben – das hörte sich für mich nach einem guten Plan an.

 

Und so entwickelte sich die Idee: meine Freundin machte ein Auslandssemester in Vilnius, in Litauen. Besuchen wollte ich sie sowieso. Hinradeln, so direkt von der Haustür weg - das wäre doch mal was.

 

Nächster Gedanke: Schnapsidee, wie soll ich das schaffen, viel zu krass. Aber der Gedanke setzte sich fest und wollte irgendwie unbedingt umgesetzt werden. Radeln ist zwar meine Leidenschaft, aber dann doch eher auf dem Mountainbike Trails runterzurauschen und weniger weite Strecke zu machen. Also musste erstmal ein passendes Rad her, das richtige Equipment und natürlich die richtige Kleidung. Mittlerweile glaube ich, ich bin nicht krank geworden, weil ich immer trockene und warme Kleidung hatte, obwohl es wirklich viel geregnet hat und oft unangenehm kalt war (danke super.natural).

 

Mein kleines, großes Abenteuer lässt sich gut in drei Abschnitte einteilen: der erste führte mich quer durch Deutschland bis an die polnische Ostseeküste. Das war die Eingewöhnungsphase in das Bikepacking Game. In den ersten Tagen war ich zwar am nächsten an Zuhause, aber habe mich gleichzeitig am weitesten weg und am einsamsten während der gesamten Reise gefühlt. Übernachtet habe ich entweder im Zelt oder bei Freund*innen und Familie auf der Strecke. Etwas unterhalb von Stettin habe ich die deutsch-polnische Grenze überquert und bin aufgrund nicht vorhandener Radwege und elendigem Regenwetter spontan ca. 80km mit dem Zug in den Küstenort Kołobrzeg gefahren.

 

 

Hier beginnt der zweite Teil meiner Reise – entlang der polnischen Ostseeküste bis nach Danzig. Im Hinblick auf die Wegbeschaffenheit war von Sumpf, Sand und kaputten Asphaltwegen alles dabei und so blieb es in jedem Fall abenteuerlich und wurde manchmal auch grenzwertig. In Danzig legte ich ganz spontan eine Woche Pause bei Verwandten ein und begab mich ein bisschen auf familiäre Spurensuche.

 

Nach einer Weile kitzelte mich wieder das Abenteuer und ich wollte weiter los in Richtung Ziel. Nach vielem Hin-und Herüberlegen entschied ich mich ein kleines Stück mit dem Zug bis nach Elbląg zu fahren, was sich fast ein bisschen wie cheaten anfühlte. Da aber die Fahrradwege in ländlichen Gebieten in Polen (noch) Mangelware sind und sich die Landstraßen mit LKWs und Autos zu teilen keine attraktive Option waren, erschien es mir doch sinnvoll. In Elbląg startet oder endet je nach Perspektive der Green Velo – ein 2000km langer Radweg durch Ostpolen. Dieser dritte Abschnitt meiner Fahrradreise war aus Retrospektive der Schönste für mich: Das Wetter wurde sommerlich und ich war so richtig angekommen in meiner Reise. Ich fühlte mich in Polen zuhause, radelte durch wunderschöne Landschaften, fragte mich in den Dörfern nach Schlafplätzen durch und stieß auf viel Begeisterung für meine Art zu Reisen und auf große Gastfreundschaft.