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Die besten Tricks gegen kalte Hände beim Klettern

Guter Grip beim Klettern setzt Hautkontakt voraus und der wiederum führt am kalten Fels schnell zu kalten Fingern. Ich selber kenne das Problem sehr gut, weil wir den letzten Winter im Schnitt mindestens zwei Mal die Woche am Fels klettern waren, egal wie kalt es war. Das kostet manchmal enorm viel Überwindung. Das grundsätzliche Problem dabei ist vor allem, dass die Hände eine Weile brauchen, bis die Druchblutung sich den Temperaturen angepasst hat. Um das zu fördern gibt es einige gute Möglichkeiten.

 

 

Mindset

 

Grundsätzlich liegt es vor allem mit am Mindset, ob kalte Hände beim Klettern ein Problem darstellen und wie du damit umgehst. Am Ende geht es beim Klettern natürlich immer um den richtigen Mindset, auch wenn die äußeren Einflüsse eine wichtige Rolle spielen. Die mentale Einstellung ist bereits wichtig bevor es überhaupt los geht. Allein das Wissen, dass es kalt wird, kann zur „Selffullfilling prophecy“ werden. Das bedeutet, dass die Prognose über eine mögliche Zukunft die wesentliche Ursache dafür, ist dass diese Zukunft auch eintritt. Natürlich ist es bei Schnee und Eis kälter als im Sommer, trotzdem ist es wichtig mit der richtigen Einstellung an die Sache ranzugehen. Wenn du Bock hast zu klettern, dann spielt die Temperatur erstmal keine Rolle. Du kannst das Mindset dann beim Packen und am Fels direkt wieder unterstützen und damit dann auch dein Klettern verbessern und ein gutes Erlebnis daraus machen.

 

 

Aufwärmen

 

Der Zustieg kann schon ein kleines Aufwärmprogramm sein, allerdings unspezifisch und nur für die beanspruchten Körperregionen. Da gehören die Hände meist nicht direkt dazu. Abhilfe bringt hier Knetmasse oder auch die allseits beliebten Gummiringe, quasi alles was dir hilft die Hände unter leichter Kraftanstrengung zu bewegen.


Am Ende geht es beim Aufwärmen vor allem darum, den Kreislauf in Schwung zu bringen und diesen in Schwung zu halten. Wenn das Blut nämlich versackt und der Ruhepuls den Kreislauf antreibt, dann ist die Wärmezufuhr natürlich unzureichend. Ich persönlich nutze dazu neben Kniebeugen vor allem Hampelmänner und Armekreisen um das Blut auch richtig ordentlich in die Finger zu bringen. Dabei darf der Puls ruhig richtig ansteigen. Viele nutzen beispielsweise auch transportable Fingerboards aus Holz und nehmen diese mit an den Fels. Zwischendurch einfach mal noch die Finger langziehen, zeigt dem Körper, dass diese gebraucht werden und die Blutzufuhr wird wieder angeworfen.

 

 

Klamotten

 

Deine Hände sind beim Klettern warm, wenn du warme Klamotten trägst. Das erste was der Körper auskühlen lässt und damit nicht genügend mit Blut versorgt sind die Extremitäten. Das ist ein normaler Erhaltungsprozess, Erfrierungen starten in der Regel erstmal an Zehen und Fingern. Um das zu vermeiden versuche ich meinen Körper überall zu unterstützen. Daunenjacke ist ein absolutes Muss, dazu Merinoklamotten (Longsleeve und T-Shirt) und lange Unterwäsche (im besten Fall ebenfalls Merino). Ergänzt wird das Ganze durch eine Daunenhose, die du beim Sichern tragen kannst (egal ob kurz oder lang). Achte hier darauf, dass der Hauptanseilring vorn rausschauen kann. Dazu einen wärmenden Pullover, ein Schlauchtuch am Hals, eine dicke warme Mütze. Handschuhe und warme Socken plus Strick-/Merinosocken runden das Paket ab. Gute Schuhe mit Felleinlage helfen zum Beispiel die Zehenspitzen zu wärmen.

Anekdote: Ich habe einen Kletterpartner, der hat beheizbare, per Fernbedienung steuerbare Einlegesohlen (akkubetrieben, wiederaufladbar).

Gadgets: Einige Klamottenhersteller haben sogenannte Pulswärmer im Angebot, diese lassen sich über die Hände ziehen und wärmen die Handgelenke und schützen damit das zirkulierende Blut aus den Körpertiefen.

Frauen: Schütz deine Nieren nochmal besonders mit einem Nierenwärmer oder einem Schal den du rumwickelst oder einem Daunenrock, den du etwas höher ziehen kannst. Die Erfahrung zeigt, dass bei den Kletterinnen gerade dadurch viel Wärme gespeichert werden kann.

 

Klettern

 

Vorbereitung: Warm anziehen, Gurt anziehen und Daunenjacke drüber, Daunenhose anziehen. Kletterschuhe in die Jacke stecken, dann sind sie beim Anziehen warm und der Gummi weicher.


Wichtigste Regel beim Klettern im Kalten: Verletzungsvermeidung durch Warmklettern. Such dir eine leichte Tour, die du auch mit kalten Fingern klettern kannst. Mach viele einfache Züge. Übertreib es nicht, aber nutze deine Finger, nur so sendet dein Körper die richtigen Signale, dass diese eine gute Versorgung brauchen.


In der Regel werden die Finger nach der ersten Tour schon wärmer, nach der zweiten bleiben sie dann schon eine Weile warm und du kannst in der dritten Tour bereits mit warmen Fingern klettern. Vorher einfach nochmal mit Armekreisen und Hampelmann Blut in die Finger pumpen. Dann lässt sich auch das Projekt angehen. Und lass dich nicht unterkriegen, wenn nicht alles gleich gefühlvoll ist und du wie im Sommer jede Erhebung spürst. Deine Finger müssen sich daran erst gewöhnen.

 

Merke: Je weniger Hautkontakt am Fels, desto weniger Wärme gibst du ab. Sloper und Henkel entziehen dir mehr Wärme, als Leisten oder Zangen.

 

Verpflegung & Getränke

 

Warmes Essen scheint schwer mitzunehmen, aber es gibt tolle Möglichkeiten dich auch von innen heraus zu wärmen. Manch einer schleppt den Gaskocher mit Nudeln und Wasser auf den Berg. Ich persönlich bevorzuge ein kleines Packmaß und wenig Gewicht und mache mir daher daheim eine Thermobox fertig. 5-Minuten-Terine daheim schon fertig machen und mitnehmen, bleibt in der Regel dann 2-4 Stunden warm. Heißer Tee oder Suppe, lassen sich super in der Thermoskanne mitnehmen. Ebenso Kaffee o.ä. an Heißgetränken. Achte dabei darauf, dass Milch in Thermoskannen schnell das Umkippen anfängt und schlecht wird, dann hast du das umsonst mitgeschleppt.
Such dir energiereiche Nahrung, der Körper benötigt zum Heizen sehr viel Energie und je mehr er auf Vorrat hat, desto besser kann er arbeiten. Damit hält er auch deine Hände beim Klettern warm.

 

Pro-Tipp

 

Wenn Schnee liegt, dann schnapp dir eine Hand voll und reib ihn in den Händen zu Wasser. Der Körper merkt ganz schnell, dass es ungewöhnlich kalt ist an den Händen und öffnet die Blutzufuhr in die Fingerspitzen um dagegenzuhalten.